Der Bereich Onkologie hat sich hinsichtlich der Umsatzerlöse der pharmazeutischen Industrie zur grössten Therapieklasse entwickelt (Anstieg von USD 7 Mrd. 1998 auf USD 70 Mrd. 2013). Ein besseres Verständnis der Krebszellmechanismen, innovative biologische Medikamente mit guten klinischen Daten und stabile demografische Fundamentaldaten haben die hohen Wachstumsraten des Onkologiemarktes angetrieben.

Das könnte jedoch erst der Anfang gewesen sein. Die neuesten Fortschritte im Bereich Immunonkologie, innovative Krebstherapie-Technologien (beispielsweise Antikörper-Wirkstoff-Konjugate) sowie Kombinationstherapien könnten zu einem Wandel in der Krebstherapie führen.

Vergleiche mit der bahnbrechenden Verlagerung von der Chemotherapie hin zu gezielten Therapien, die 1997 ihren Anfang nahm, geben einen guten Überblick über die tatsächliche Bedeutung des Wandels für den heutigen Onkologiemarkt.

Rituxan von Genentech/Roche, der erste als gezielte Krebstherapie eingesetzte monoklonale Antikörper, wurde 1997 von der amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde FDA zugelassen. Die Wirksamkeit von Rituxan und den später eingeführten monoklonalen Antikörpern war immens und veränderte den Onkologiemarkt nachhaltig. Roche ist heute das mit Abstand führende Onkologieunternehmen – im Jahr 1997 hingegen zählte es kaum zu den Top 5 der Marktakteure im Bereich Onkologie. Alle führenden Onkologieunternehmen verpassten 1997 die Innovationen rund um monoklonale Antikörper und wurden schon bald abgehängt.

Die Immuntherapien müssen sich jedoch erst im Rahmen klinischer Studien beweisen, bevor der nächste Schritt des Wandels Realität wird.

Ob mit oder ohne Immuntherapien – das Wachstum des Onkologiemarktes wird in der nächsten Zukunft hoch bleiben, da sich die Krebs-Inzidenzraten in den kommenden 20 Jahren weltweit nahezu verdoppeln, die Krebszellmechanismen immer besser verstanden sowie neue Strategien und Technologien für den Kampf gegen den Krebs entwickelt werden.

In einem Umfeld, das sich derart schnell wandelt und immer komplexer wird, bleibt es für Anleger unabdinglich, die Augen bei der Analyse zukünftiger Entwicklungen offen zu halten, bei der sich Optimismus und Skepsis die Waage halten.

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